Alle Bauten und Teile der Infrastruktur, die nicht von den sowjetischen Truppen in Eigenleistung errichtet wurden, waren durch den VEB Spezialbau (SB) Potsdam (Hauptdirektion), in Verantwortlichkeit des Betriebsteil (BT) Eberswalde, ausführend durch die BT Fürstenberg/Havel und Kurtschlag, geplant und projektiert worden. Die SB BT Fürstenberg («Sonderbaubüro Fürstenberg») und Kurtschlag selbst errichteten keine Wohngebäude. Ihre Aufgaben beschränkte sich auf den Innenausbau (auch Fertigstellung von sowjetischen Eigenleistungen), umfangreicher Reko-Arbeiten (Fenster/Türentausch, Heizungserneuerung, Wasser Zu- und Ablaufsanierung) oder Auftragsvergabe an Nachauftragsnehmer.
Hierfür wurde eigens ein BT in Kurtschlag geschaffen. Der SB BT Fürstenberg/Havel war nur 1 Jahr lang für die Baumaßnahmen in der Garnison Vogelsang verantwortlich. Zuvor und Nachdem übernahm der BT Kurtschlag bis zu seiner Auflösung im Jahre 1986 durch den Betriebsdirektor im SB Potsdam wieder die Aufgaben der koordinierung und Betreuung der Baumaßnahmen auf dem Gelände der Garnison Vogelsang. Die GSSD Objekte in Prenzlau und der Flugplatz Groß-Dölln gehörte ebenso zum Aufgabenbereich des BT Kurtschlag.

Im BT Kurtschlag kann die Belegschaft für die Jahre 1979-1986 auf 6 Mitarbeiter beziffert werden. Zu den Nachauftragnehmern dürfen u.a. die Fa. Strehlau (Elektro) , die Fa. Fröhlich (Brunnenbau) und die Fa. Heuer (Ofensetzer) genannt werden. Ab 1980 wurden, bis auf die WBS70 Wohnblöcke (durch den Auftragnehmer WBK Potsdam schlüsselfertig errichtet), keine Neubauten mehr realisiert. [5], [6], [7]

Die Bauaufträge wurden über das Kreisbauamt Gransee an die verschiedenen Bauausführenden Betriebe (wie Wohnungsbaukombinat, Hoch- und Tiefbaukombinat) und andere Gewerke (Maurer, Straßenbau) vergeben, welche dem SB Betriebsteil Eberswalde vorgegeben waren.

Eine Detaillierte Darstellung der Vergabe und Verrichtung der Bauleistungen ist, auf Grund von stetigem Verantwortungswechsel fast unmöglich.

Stand: April 2020

(Quellen: [5] Hr. Chimschak, Bereichsleiter Heizungsbau SB Bt Fürstenberg, [6] Hr. Lebelt, ehem. BM Vogelsang, LGB, S. Trambow & M. Stepanov, Team + Archiv heimatgalerie, [7] Hr. W., ehem. Bauleiter SB Eberswalde/BT Kurtschlag)

Informationstafel – Garnison Vogelsang

Das es möglich und wichtig ist, an historischen Brennpunkten der Deutschen Geschichte Erinnerungen in geeigneter Form zu installieren, hatte das Projekt die Info-Tafel am Objekt Lychen II gezeigt. Es hat aber auch gezeigt, dass in dieser Gesellschaft mit den zuständigen Behörden und Ämtern durchaus Verständnis und Unterstützung für diese Form der Erinnerung vorhanden ist. Wenn dies auch nicht umgehend bzw. im ersten Schritt geschah, so war das Ergebnis umso erfreulicher. Mit der Genehmigung durch den Landkreis Oberhavel wurde ein Richtiges und wichtiges Zeichen im Umgang mit unserer jüngeren deutschen Geschichte gesetzt. Seit nunmehr 2.5 Jahren steht die Tafel unbeschadet an ihrem Platz und erfüllt hoffentlich ihren Zweck, Informieren.

Mit Blick auf die nun fortschreitenden und endgültigen Rückbaumaßnahmen auf dem Gelände der ehemaligen Garnison Vogelsang und dem 25. Jahrestag des Abzugs der sowjetischen Streitkräfte aus Deutschland bin ich fest davon überzeugt, dass auch Vogelsang mit seiner Geschichte diese Art der Aufmerksamkeit verdient.

Die Garnison prägte mit ihren Flächen, dem Stellenwert und Strukturen in den Streitkräften des Warschauer Vertrags fast 45 Jahre die Entwicklung der gesamten Gegend im Landkreis Oberhavel. Nicht zuletzt muss/sollte in der Erinnerung auch die Maßnahmen der Verlegung der Systeme R-5M außerhalb der sowjetischen Landesgrenze Berücksichtigung finden. Diese Informationstafel soll zukünftig helfen, einen kurzen Überblick zur Geschichte der Garnison und deren Zweckbestimmung zu geben. Allumfänglich ist dies aufgrund der Platzverhältnisse natürlich nicht möglich, hinzu kommt das für die Forschung derzeit nur ein begrenzter Blick auf die Geschichte im Bereich der Archive möglich ist. Die der deutschen Seiten sind weitestgehend gesichtet.
Dennoch legten wir großen Wert darauf, Die Geschichte in neutraler Form für Interessierte zu erläutern. Mit dieser Tafel soll bewusst verhindert werden, dass eines der wichtigsten Militärobjekte zwischen den Zeilen der Geschichte verschwindet. In der Zeit des Kalten Krieges und der stetig wachsenden Kräfteverhältnisse galt dieses Objekt mit seinen Verbänden und seiner letzten Zweckbestimmung als Operative Manövergruppe der Front als Garant für die Sicherung des Friedens.

Nun möchte ich gerne dieser Historie Rechnung tragen und gleich dem Projekt in Lychen II auch in Vogelsang eine Informationstafel installieren. Seit vielen Jahren ist es einem kleinen Kreis von Militärhistorikern und Hobbyforschern gelungen, gesicherte und belastbare historische Hintergründe und Informationen zu diesem Standort aufzuarbeiten. Unabdingbare Hilfe leisteten die vielen Zeitzeugen und ehemaligen Offizieren, Berufskader und/oder Wehrpflichtigen, die bereit waren, sich der Thematik zu öffnen. So konnten bestehende Forschungsergebnisse für diese Tafel verdichtet und zur Verfügung gestellt. Dafür sage ich hochachtungsvoll, Danke!

Am 30.08. 2019 erfolgte die offizielle Übergabe der Informationstafel zur Geschichte der ehemaligen Garnison im Beisein des Bürgermeisters der Stadt Zehdenick und anderen Trägern des Landkreis Oberhavel.

Bedanken möchte ich mich bei den vielen Unterstützern und Förderern, die mit mir zusammen dafür gesorgt haben, dass dieses Projekt auch finanziell realisiert werden kann. Mein besonderer Dank gilt den zahlreichen Unterstützern und Befürwortern, ohne sie wäre das Projekt, vor allem finanziell, nicht realisierbar gewesen:

Hr. K.- P. Bittner, Hr. T. Fischer, Hr. T. Fröhlich, Fr. D. Mainz & Hr. D. Scholz, Untergrund-Brandenburg (Hr. Meinke), Hr. Benndorf, Anneliese und das Museum Berlin-Karlshorst

Mein besonderer Dank gilt Herrn P. Rentsch für die Militärhistorische Beratung, der Stadt Zehdenick für das Genehmigungsverfahren und Herrn Dr. Morré vom Museum Berlin-Karlshorst für ihre unbürokratische und flexible Unterstützung, sowie S. Tonat (Layout), Fa. Hruby (Grafik u. Fertigung) und Fa. Schmidt (Zimmerei) für ihre schnelle Umsetzung meiner Vorstellungen. Es zeigte sich abermals wie wichtig verlässliche Partner sind.

Der mit der Stadt Zehdenick abgestimmte Platz der Installation in der Burgwaller Straße in Vogelsang Anfang August 2019.  

Die Märkische Allgemeine Zeitung berichtet über die Aufstellung


Leider wurde die Informationstafel schon nach nur wenigen Tagen von Unbekannte Personen zwei Mal beschädigt! Dies zeigt abermals, wie es mit dem Umgang unserer Geschichte in Deutschland bestellt ist. Der oder die Verursacher mögen mit ihrem Veto zum Betretungsverbot Recht haben. Aber wer der Deutschen Sprache mächtig ist, einen Computer oder Telefon besitzt, nimmt mit mir Kontakt auf und erläutert seinen Einwand.



Als kleine Lehrstunde sei gesagt, dass ich rechtlich überhaupt nicht befugt bin Betretungsverbote auszusprechen, weder verbal, noch in Form von Schildern. Dies ist Aufgabe der BBG oder des Landkreises/Land Brandenburg! Es ist sogar untersagt, Flächen von denen eine Gefahr ausgeht, im Vorfeld mit einem Verbot zu belegen. Dies darf nur unmittelbar geschehen.

Wieder berichtet die MAZ, diesmal leider über die Sachbeschädigung


Auf Grund der wiederholten Sachbeschädigungen an der Informationstafel zwischen Juli und Oktober 2019 wurde in einem gemeinsamen Ortstermin mit Vertretern der Gemeinde Vogelsang (in Personalie der Ortsvorsteher) und Vertretern der Stadtverwaltung Zehdenick ein neuer Aufstellort für die Informationstafel beraten, gefunden und beiderseitig genehmigt. Von nun an sollte die Tafel direkt an der Durchgangsstraße B109, auf der linken Seite der einzigen Kreuzung in Vogelsang stehen.    


Anfang Juni 2020 bot sich dem Betrachter dieses traurige Bild. Ich, sowie alle Beteiligten und Unterstützer dieser privaten Initiative verurteilen diese Sachbeschädigung an privatem Eigentum auf das äußerste! Zumal der neue Standort als Resultat gemeinsamer Bemühungen und Absprachen mit dem Ortsvorsteher der Gemeinde Vogelsang, Anwohner der Burgwaller Straße und den Vertretern der Stadtverwaltung Zehdenick, in Absprache mit dem Bürgermeister der Stadt Zehdenick, als Zukunftssicher galt. Äußerst bedenklich scheint die Tatsache das es im Ort keine Augen- und Ohrenzeugen gab. Der oder die Täter mögen sich bitte auch Gedanken um den finanziellen Schaden machen, der im privatem Bereich liegt.


Angesichts der Tatsache das der Stadt Zehdenick als Eigentümer der Flächen in der Ortschaft Vogelsang die alleinige Entscheidung oblieg, wann und wo Hinweise und/oder Informationstafeln installiert werden, wurde auf Kosten der Stadtkasse Zehdenick eine weitere Informationstafel zur Geschichte der Garnison Vogelsang in Auftrag gegeben und diesmal auf der rechten Seite der Kreuzung an der Durchgangsstraße errichtet. Diese Initiative wurde durch den Bürgermeister der Stadt Zehdenick forciert.Der

Der Artikel in der MOZ zur Einweihung der Tafel

Am 05. September 2020 fand in Vogelsang im Rahmen des Konversionssommers durch den Bürgermeister der Stadt Zehdenick die Einweihung der 2. Informationstafel statt. Die Besucher der 1. Führung konnten diesem Termin beiwohnen.


Knapp vier 4 Wochen waren seit der Einweihung durch den Bürgermeister vergangen, als auch diese Tafel abermals von Unbekannten entwendet wurde. Diesmal vergriff man sich an dem Eigentum der Stadt Zehdenick. Nach jeder Tat stellt sich die Frage, "Cui bono"?


Als Fazit dieser Form der Unterdrückung des Rechts auf Information (Art 5 und 20 GG) bleibt, dass auch ohne "Informationstafel" der Drang und die Nachfrage zur Garnison Vogelsang ungebrochen bleibt, ja sogar noch gestiegen ist. Diverse SocialMedia Gruppen organisieren seit her sogar Touren über das Gelände. Meinung und Nachfrage lässt sich nunmal nicht unterdrücken und Neid ist die höchste Form der Anerkennung. 

Von nun an ist die Informationstafel zumindest online auf der Ortsteil-Seite Vogelsang noch einsehbar und informiert

(Quellen: Karten: https://bb-viewer.geobasis-bb.de/ )

 

Mit etwas Recherche stehen mir nun einige Lagekarten und Gefechtsjournale der 49. Armee (2. Belorussische Front) für das Gebiet/Region um Templin/Vogelsang/Zehdenick von Ende April 1945 zur Verfügung, die einen kleinen Überlick über die militärische Lage der dort handelnden Einheiten und Truppenteile geben.

Zunächst sind (von oben nach unten) 4 Handlungsstreifen verschiedener Armeen/Gruppierungen zu erkennen. Oben (Gebiet oberhalb Neustrelitz) 70. Armee, darunter (zwischen Neustrelitz und Fürstenberg bzw. bis Gransee 70. Korps) 49. Armee und schließlich unten (unterhalb Gransee), begrenzt durch den Frontverlauf zwischen der 2. und der 1. Belorussische Front mit dem Handlungsstreifen der 61. Armee (1. Belorussische Front).

Es ist nicht mein Ziel, die gesamte Karte zu definieren. Meine Analyse soll sich auf den Handlungsstreifen des 70. Korps der 49. Armee beschränken. Dort ist zu entnehmen, dass im Gebiet/Region um Templin/Hammelspring/Vogelsang am 28.04. und 29.04.1945 fünf Schützendivisionen der Roten Armee zum Einsatz kamen (139, 200, 238, 330 und 385 сд). Die 330. Schützendivision hatte hier bei Burgwall schon ihren Gefechtsstand entfaltet. Die hohe Zahl der zum Einsatz gebrachten Schützendivisionen ist dem sumpfigen und seenreichen Gelände geschuldet, was den Einsatz von großen Panzerverbänden militärisch unsinnig macht. Dennoch, gegen diese massiven Gruppierungen der Roten Armee hatten die spärlich ausgestatteten Reste (u. a. Volkssturm) deutscher Kampfverbände keine Chance. Den Vermerken auf der Karte folgend befindet sich das 49. Infanterieregiment der 23. Infanteriedivision (Nederland) zwischen Fürstenberg und Dannenwalde auf dem Rückzug bzw. wird durch die starken gegnerischen Kräfte dazu gedrängt. Die 547. Infanteriedivision wird bei Alt-Lüdersdorf ebenfalls in Süd-West Richtung abgedrängt. Die genannten Wehrmachtsverbände, auf der Lagekarte mit Blau verzeichnet, wurden vonseiten der sowjetischen Feldaufklärung aus Gefangennahmen, Dokumentenfunden und/oder der Funkaufklärung ermittelt und von der sowjetischen Militärführung der 49. Armee identifiziert/genannt. [1]

Neben den genannten Schützendivisionen bewegen sich im Handlungsstreifen des 70. Korps zwischen Fürstenberg und Dannenwalde noch eine weitere Vielzahl von TT/E der Roten Armee, wie zb. Schützen-Rgt (642., 648., 661., 1109. und 1111.), Kavallerie-Division (Budjonny-Reiter, 6.) und mechanisierte Brigaden (252., 255. und 258.).  

Nachfolgend Lagekarten und Gefechtsjournale (Auszüge) über die Handlungen von TT/E im Streifen zwischen Neustrelitz bis Gransee und von Templin bis Rheinsberg. [2]  

 
 

 

 

(Quellen: [1] P. Rentsch, [2] https://pamyat-naroda.ru/)

Diese Form der Darstellung ermöglicht es dem Betrachter, durch Interaktion, das Sichtfeld auf ausgewählte Orte innerhalb der Garnison Vogelsang selbst zu bestimmen.

Diese Panoramen wurden mir freundlicher Weise von Karsten Räth zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!


Derzeit stehen mir acht qualitativ sehr hochwertige Bilder aus der Garnison Vogelsang im 360° Panorama-Format zur Verfügung. Der Standort der Bilder ist oberhalb der Menüzeile erklärt (click in Collage)

Folgende Standorte können heute (Grund: Rückbau/Abriss) vor Ort leider nicht mehr in ihrer Schönheit betrachtet werden:

"Keller links, Keller rechts, Sauna, WC, Wäscheraum und Waschraum"

In eine museale Nutzung überführt: "Denkmal". Das Lenin-Relief kann im Garnisonsmuseum Wünsdorf besichtigt werden.

Der Standort "Theater" befindet sich im Kulturhaus und ist noch vorhanden, noch.


Die Navigation im Bild erfolgt entweder mit dem Mauszeiger oder mit Hilfe der Pfeil-, Plus,- und Minustasten am unteren Bildrand.

 Die Qualität der Bilder zeichnet sich durch tiefenschärfe und lückenlose Umsicht aus. Diese Qualität ist selten!

Wer an dieser Möglichkeit der Fotografie gefallen findet, wird bei 360°cities belohnt.


Auf dem weitläufigen Gelände der Garnison (часть объекта N° 45) befand sich auf dem Territorium des Militärstädtchen Nr. 17 (Военный объект N° 17 - Фогельзанг - ) die Stütznachrichtenzentrale 721 (ОУС=Oпoрный узел связи ), Rufname: разбитной, die organisatorisch und anbindungstechnisch mit der Dislozierung der 25. Panzerdivision nicht in Verbindung stand. Die Panzerdivision hatte ihre eigenen Nachrichtenverbindungen (459 sst. NBtl.).

Bauzeit: 1971-1975
Bauträger: 56. Spezialbaubrigade der Front/Forst Zinna


„Die Erfahrungen im 2. WK waren, dass Nachrichtenbrigaden u. NR des obersten Kommandos u. der Fronten, bzw. die NR der handelnden Armeen, in der Masse die erforderlichen Fernmeldehaupttrassen in Richtung der Hauptanstrengungen (HA), in der jeweiligen Gefechtsarten, also Angriff (nach vorn) oder Verteidigung, (in die Breite der entfalteten Truppen) bauen u. dazu überwiegend mobil handelnde u. zu entfaltende Nachrichtentechnik verwendeten. Auch die Nachrichtenknoten und Funkzentralen dieser Feldnachrichtenzentralen waren in der überwiegenden Anzahl mobil.

Das hing damit zusammen, dass die in den militärischen Richtungen der Hauptanstrengungen nutzbaren Kanalkapazitäten des eigenen Grundnetzes (der Staatspost), wenn man sein eigenes Territorium nach und nach befreit, u. in den Gebieten fremder Territorien mit Gefechtshandlungen, auch nicht die Kapazitäten der Staatspost im eroberten Gebiet ausreichten, weil diese Netzstrukturen (in Form von Fernkabelwegen über Erdkabel) meist einem Regionalprinzip territorialer Schwerpunktlegung folgten. So waren in Ostpreußen eben nur eine geringe Anzahl von Städten und Gemeinden gut erschlossen, die große Masse kleiner Gemeinden aber war meist ungenügend über wetterfühlige, anfällige Freileitungstrassen angebunden. Von modernen Netzen im Sinne der Streitkräftenutzung war meist nicht die Rede und die Mehrfachausnutzung der Leitungswege mittels Trägerfrequenzgeräten steckte gerade in den Anfängen.

Nach dem 2. Weltkrieg änderten sich die Anforderungen auf Grund der Standortverteilung der Truppen in den besetzten Gebieten erheblich, lag das Militär der Besatzungsstreitkräfte doch meist in den Kasernen der früheren Landesarmeen, in den besetzten Gebieten und diese entsprachen in der Masse den Kriegsplanungen 1937- 1941, für Handlungen aus der Anfangszeit des 2. WK und nicht den Entfaltungsnotwendigkeiten im beginnenden kalten Krieg. Die Sicherstellung des immensen Informationsaufkommens für die sowjetischen Streitkräfte in Osteuropa, oder im Fernen Osten (für viele Fronten u. eine hohe Anzahl operativer Vereinigungen/Armeen), erforderte in der Masse der geschalteten Verbindungen einen enormen Aufwand an zusätzlichen Funk,- u. kabelbasierten Verbindungen. Das mag im 2. WK über die riesigen Entfernungen einigermaßen gut funktioniert haben, aber in einem Raketen-Kernwaffenkrieg spielten frühere Herangehensweisen eine andere Rolle, weil die eingesetzten Waffensysteme derartig unterschiedlich waren, dass nun die Elemente entfalteter Nachrichtenzentralen mehr oder minder auch im Feldeinsatz (mit Basis-Kfz oder als handelnde Gruppierung von Fahrzeugen), geschützt werden mussten. Zu beachten ist aber auch, dass die nach dem Mai 1945 beginnende Reparation in den besetzten Gebieten, vor allem in Ostdeutschland, also dem Besatzungsteil Deutschlands in der die Rote Armee stationiert war, ein gewaltiges Kabellinienrückbauprogramm anlief, um als Wiedergutmachung Fernkabel, Freileitungen, Masten, Verstärkerämter und Ortsvermittlungen abzubauen und in die UdSSR zu verbringen. Das schuf in vielen ländlichen Gebieten eine ernste Versorgungslage mit funktionierenden Anschlüssen, wo in manchen kleinen Gemeinden gar kein oder nur noch ein Telefonapparat verfügbar war. Ganze Freileitungstrassen wurden in Richtung Osten (von Berlin aus gesehen) beschlagnahmt und so große Gebiete des Oderbruchs oder entlang von Oder und Neisse, zum telefontechnischen Niemandsland.

Zurück zu den Bedrohungen beim Einsatz von nuklearen Mitteln. Schnell wurde klar, dass die verschiedenen Detonationsarten nuklearer Mittel, deren Hauptwirkfaktoren (Licht, Wärmeimpuls, Sofortkernstrahlung, Druckwellen u. damit ausgelöste seismische Schockwellen) nach gänzlich anderen Schutzvorkehrungen verlangten als das im 2. Weltkrieg durch Bomber, Schlachtflugzeuge oder Artillerie vielleicht notwendig war.  
Höhendetonationen haben als Hauptwirkfaktor in der Regel die ionisierende Strahlung, und den elektromagnetischen Impuls, wobei die eine Wirkkomponente bestehende und zu unterhaltende Kurzwellenverbindungen, für 24-36 Stunden mehr oder minder stark behinderten und im anderen betrachteten Fall zu erheblichen Überspannungsspitzen kurzer, aber gewaltiger Wirkung in Überlandleitungen der Stromversorgungsnetze und Telefonlinien führten.  
Was also tun, wenn die Masse der Maschenverbindungen oder gar die Leitungswege in Richtungen der HA, aus überirischen Leitungsbündeln auf Holzmasten bestanden und nur wenige, und in der Masse vollständig ohne Reserven beschaltene Erdfernkabel existierten?

Jede militärische Formationsebene hatte Nachrichtenverbindungen der Führung und des Zusammenwirkens zu unterhalten, a) zu den eigenen Unterstellten, b) zu den handelnden Nachbarn und Gleichrangigen und c) zur vorgesetzten Führungsebene.
Auf Grund der Erfahrungen der großen Heerführer im 2. Weltkrieg, wurde das System der riesigen, handelnden Feldnachrichtenzentralen, auch viele Jahre nach dem 2. Weltkrieg weiter aufrechterhalten. Das war nicht nur in der Zahl der notwendigen Kraftfahrzeuge ein enormer Aufwand, sondern kostete wegen der notwendigen Verlegungen auch viel Zeit, wobei bestehende Verbindungen erst gelöst oder übergeben wurden, wenn die handelnde, zweite Feldnachrichtenzentrale den befohlenen Raum bezogen u. die Verbindungen der Führung wieder hergestellt hatte. Allein die Unterhaltung der Freileitungstrassen aus Ostdeutschland in die UdSSR und die anderen Besatzungsgebiete, erforderte nach dem Krieg 6 Nachrichtenbrigaden für den Betrieb und die Unterhaltung der Freileitungsstrecken an Straßen, Wegen, Bahnlinien. Das System wurde mehr oder minder so realisiert, bis ein Fachmann die handlungsebene betrat, der von den strategischen Raketentruppen der UdSSR kommend, einschätzte, dass das System so, in der Masse nicht überlebensfähig ist wenn es zu einem Raketen-Kernwaffenkrieg kommen sollte.

Vorher waren die neuen Erfordernisse an einen Raketen-Kernwaffenkrieg, den verantwortlichen Heerführern u. den Chefs der Nachrichtentruppen im Generalstab der Streitkräfte der UdSSR, zum Teil schwer vermittelbar. Sie hatten große Erfolge als Nachrichtenführer im 2. WK, in der Masse war man den neuen Gegebenheiten auf der gesamten Breite neuer, notwendiger Maßnahmen aber nicht gewachsen. Ausdruck dessen waren immer neuere und größere mobile Kfz Kolonnen mit mobiler Technik, die im eigentlichen Sinn zwischen den Hauptquartieren der Führung u. den handelnden Streitkräften, hätten geschützt untergebracht werden müssen.
Der erste Nachrichtenführer, der das auf Grund seiner Tätigkeit bei den strategischen Nachrichtentruppen, in seiner gesamten Breite erkannte, war Marschall der Nachrichtentruppen, A.I. Below, dessen weitsichtige und in Gesamtzusammenhängen denkende Arbeitsweise bestimmte lange Zeit das Geschehen bei den Nachrichtentruppen aller Führungsebenen. "
(Zitat: P. Rentsch)


Ab ca. 1978 waren die Verantwortungsbereiche der Stütznachrichtenzentralen (StNZ) in drei geographisch getrennte Zonen unterteilt. Die Zuständigkeitsbereiche der geographisch getrennten Zonen teilten sich in Nord- (Северный), Zentral- (Центральный) - und Südbataillon. (Южный батальон). Die Friedensstandorte waren Treuenbrietzen, Vogelsang, Lynow und Gera. Die StNZ 721 Vogelsang war nach erfolgter Übergabe, fortan in das Nordbataillon eingebunden.

Zuvor hatte man arbeitsorganisatorisch die 6. Nachrichtenbrigade (NBr.) in der Reserve des Generalstabs aus Frankfurt/Oder, die bis dahin für die Sicherstellung aller Führungsverbindungen bis zu den Fronten und Armeen zuständig war, einen Teil seiner stationären Kabel- und Nachrichtenkapazitäten entnommen, um dann einen territorialen, stationären Verband, durch Neuaufwuchs aufzustellen, der die Kabelnetze, Verstärkerämter und Nachrichtenzentralen (NZ) des Kabelnetzes betrieb, unterhielt und personell rund um die Uhr sicherstellte. Dies erfolgte durch Aufstellung der 132. NBr. Treuenbrietzen, die fortan für das im Ausbau befindliche Stütznetz der Gruppe zuständig war und somit den wichtigsten Truppenkörper für den Betrieb der stationären Nachrichtenzentralen (NZ) des Stütznetzes darstellte.

Ab Mitte der 1970er Jahre begann die Nachrichtenverwaltung der GSSD verstärkt mit der Zusammenführung von Teilnetzen der kabelbasierten Abschnitte und der bis dato noch über Richtfunknachrichtenknoten geführten Kanälen zu einem leistungsfähigen Stütznetz der Gruppe auszubauen. Es galt die hohen Anforderungen/Normativen der ununterbrochenen, geschützten und sicherer Führung der Truppen, in den Richtungen möglicher Hauptanstrengungen, gerecht zu werden.
Dazu baute man auf bestehende Netzabschnitte und nach 1945 zu den einzelnen Standorten der Truppen entfalteten Leitungswege auf, meist auch unter Nutzung von angemieteten Leitungswegen der Deutschen Post (DP).

Ziel war ein leistungsfähiges, mit stationärer Technik an festen Punkten, aber auch feldtechnisch nutzbares Stütznetz, auf welches sich die zu entfaltenden NZ der befohlenen Nutzerebenen abstützen konnten. Ergänzt wurde das Stütznetz durch doublierende Verbindungen über Funk, Richtfunk, Troposphärenfunk und kosmische Verbindungen. Dabei sollten geschützten Nachrichtenknoten/StNZ auf den von Richtung Ost nach West führenden Haupttrassen den unterbrechungsfreien Signalfluss im streitkräfteeigenen Stütznetz sicherstellen und als Knotenpunkte und/oder Haupt- und Endämter u.a. auch zum Übergang in das Grundnetz der DP wirken. In der Masse wurden an wichtigen Knotenpunkten geschützte Nachrichtenzentralen betrieben, die baulich in verschiedene kategorisierten Schutzbauwerken oder in Elementeanlagen untergebracht waren.
Die ankommenden Trägerfrequenzsignale (TF, kein Telefon oder Richtfunk) wurden in den StNZ übertragungstechnisch verstärkt, kontrolliert und wieder in die angeschlossenen Kabelnetze oder Kabelrichtungen gegeben. Die Möglichkeit, weitere Nachrichtenknoten mittels der Technik der Nachrichtenregimenter der Armeen und der Nachrichtenbataillone der Divisionen, sowie der Richtfunk- und Kabelbautechnik der Richtfunkkabelbauregimenter, auch mobil zu entfalten galt als Ergänzung im Fall der Notwendigkeit der Lage und erfolgte zum Teil in errichtete und erschlossene Stellungen.

Die in Kesselform angelegten unbemannten, autonom arbeitenden Verstärkerpunkte (kurz: NUP/НУП - необслуживаемый усилйтельный пункт) unterstützen die Signalstabilität durch automatisierte Systeme der Pegelsteuerung, Rauschunterdrückung und automatische Verstärkungsregelung. Mitarbeiter der DP hatten zu diesen Verstärkerpunkten nur Zutritt, wenn für selbige, zuvor ein vertraglicher Trassenschutz mit der DP der DDR vereinbart worden war.

Die Aufgaben der StNZ 721 auf dem Gelände der Garnison Vogelsang waren vielfältig. Dies unterschied sie in der Beachtung und Notwendigkeit von anderen Nachrichtenknoten erheblich. Sie stellte als End- und TF-Amt einen leistungsfähigen Knoten, zwischen der Einrichtung Ahlbeck (Seekabelverbindung nach Kaliningrad) und dem Signalfluss in Richtung Westen, bzw. in andere Netzknoten im Grundnetz der DP dar. So erfolgte eine Anbindung an die ÜST-2 Biesenthal und weiter über die Fernverbindungen nach Wünsdorf, Falkenhagen und andere Nachrichtenobjekte. Hinzu kam die Verteilung/Weitergabe von Kanälen in andere Objekte im Stütznetz der GSSD, zb StNZ bei Lanke (ОУС 722).

Wie sehr diese notwendigen Kosten den DDR-Staatshaushalt belasteten ist anhand der Ausbaukosten für die Nachrichtenverbindung zwischen dem Seekabelamt Ahlbeck und der StNZ Vogelsang (zweigleisig ausgebaut) zu verdeutlichen: 14,3 Mio Mark.

Wie bereits erwähnt war die StNZ 721-Vogelsang in das Nordbataillon eingebunden, auch hier lag in der Anfangszeit der Nutzung die Verantwortung bei der 6. sst. NBr. Frankfurt/Oder. Infolge des starken Ausbau des Stütznetzes der Gruppe erwies sich der Standort Frankfurt/Oder für die Betreuung von Objekten bis nach Thüringen oder Sachsen/Anhalt jedoch als ungünstig, aber wegen schon existierender, nicht veränderbarer Nachrichtenknoten im Objekt der Brigade konnte die Brigade in kein neues Objekt verlegt werden. Daher fiel der Entschluss den Betrieb des Stütznetzes durch Entnahme von Truppenteilen aus dem Bestand der 6. NBr. technisch und personell zu einen eigenständige Verband zu konzentrieren und aufzubauen. Aus Teilen daraus wurde u.a. das 897. sst. NB der 132. NBr. gebildet (anderen Standorte der 132. NBr. [Gera und Treuenbrietzen] hatten ebenfalls Bataillonsstärke).

Von 1982-1990 war das 897. sst. NB für den Nachrichtenknoten Vogelsang und weitere Objekte des Stütznetzes im Nordteil zuständig. Mit dem sich vollziehenden Abzug der sowjetischen Streitkräfte aus Deutschland nach 1990 wurde das 897. NB aufgelöst und die Zuständigkeit den noch arbeitsfähigen Strukturen des 1782. NB Lynow (auch Bestandteil der 132. NBr.) zugeordnet. Dies war eine dem Abzug geschuldete Übergangslösung um den restlichen und notwendigen Betrieb (Aufrechterhaltung und Abstützung der Nachrichtenverbindungen zu den noch verbliebenen Einheiten, Truppenteilen und Befehlshabern der Armeen) noch zu ermöglichen, aber auch um die Strukturkosten für den personellen Betrieb im Auge zu behalten. Ein, in der Endphase von Vogelsang aus handelnde, kleine Gruppe war auch kurzzeitig auch für das Objekt Ahlbeck zuständig, bis der Betrieb dort eingestellt und der technisch/materielle Rückbau vollzogen war.

Als letzte Einheit verlies die Mannschaft der StNZ 721 den Standort Vogelsang, das Übergabeprotokoll trägt das Datum vom 02. März 1994. Das Bauwerk (Bautyp 3) hat eine Grundfläche von ca. 1.050 m², verteilt auf einer Ebene. Die Schutzklasse (immer nur maßgeblich für den Zeitraum der Projektierung) kann mit Bestimmtheit nicht benannt werden, dürfte aber eher niedrig gewesen sein. [1], [2]

Stand: 13.10.2022



(Quellen: [1]: P. Rentsch), [2]: BBG, BVA, Bild 1+3: Bildarchiv M.B., Bild 2: Ausschnitt aus "Karte des Fernmeldenetzes" der DDR/N-33-99/Stand 1984)

Am 28.12.2016 beging die Stadt Zehdenick/Havel ihr 800-jähriges Gründungsjubiläum. Aus diesem Grund ist ein Festbuch entstanden, in dem die bewegte und vielfältige Geschichte der Stadt und ihrer Umgebung mit Hilfe von 18 Autoren gebündelt wurde. Ich wurde durch die Stadt Zehdenick gebeten, meinen Teil in Form der Geschichte der Garnison Vogelsang beizutragen. Dafür herzlichen Dank an die Stadt Zehdenick für die Organisation und an den Nordlicht Verlag für die Realisierung!

Festbuch 800 Jahre Zehdenick
Eine Zeitreise durch Vergangenheit und Gegenwart
Hardcover, 21 x 25 cm
336 Seiten mit zahlreichen Fotos und Abbildungen
Mit großformatiger Übersichtskarte über die Zehdenicker Ziegeleilandschaft in ihrer Blütezeit um 1910.
22,90 Euro

Einige wenige Exemplare sind noch vorhanden.

Das Buch kann über den Nordlicht Verlag oder direkt über mich bestellt werden.

www.nordlichtverlag.de

Ergänzend dazu, ein Artikel in der MOZ vom 26.11.2015

www.moz.de

Auf der jährlich Ende August/Anfang September im Rahmen des Konversionssommers (KOSO) stattfindenden Führung hatte ich die Besucher an der Reliefwand (Kalaschnikow) im Bereich der Truppenluftabwehr informiert, dass ich seit dem 16.08.2012 einen Antrag auf „Prüfung auf Erhalt im Sinne des Denkmalschutzes“ bei der unteren Denkmalschutzbehörde Brandenburg gestellt habe, um diese (Truppenluftabwehr) und eine andere Reliefwand (auf dem Truppenübungsplatz [TÜP]) unter Schutz stellen zu dürfen und somit erhalten zu können.

Nach über 2 Jahren der Prüfung und Beratung, liegt mir nun eine für mich nicht zufriedenstellende Antwort vor.


„Im Ergebnis ist festzustellen, dass die Reliefwände zweifellos erhaltenswerte Zeugnisse deutscher Nachkriegsgeschichte sind, die an die besondere militärische und politische Situation in der DDR und die hier stationierten sowjetischen Streitkräfte erinnern. Aufgrund der durch Zerstörung und Verfall bereits eingetretenen Substanzverluste und die insgesamt schlichte künstlerische Qualität erfüllen die Reliefwände jedoch nicht die Kriterien zur Unterschutzstellung als Denkmale. Hinzu kommt, dass die Reliefwände aufgrund des voranschreitenden bzw. bereits erfolgten
Abbruchs der zugehörigen Militärbauten ihren historischen Bezug bereits weitgehend verloren haben. Aus diesen Gründen ist die Eintragung der beiden Reliefwände in die Denkmalliste nicht vorgesehen. An dieser Stelle möchte ich auch zu bedenken geben, dass aufgrund des baulichen Zustands und der abseitigen Lage der Reliefwände ihre langfristige Erhaltung bzw. Nutzung an ihren gegenwärtigen Standorten für jetzige bzw. künftige Eigentümer äußerst problematisch und wohl auch kaum zumutbar sein wird.

Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege
und Archäologisches Landesmuseum
Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege
Dezernat Inventarisation und Dokumentation
Wünsdorfer Platz 4-5
15806 Zossen OT Wünsdorf“


Wie ich mit dem Ergebnis der Prüfung umzugehen gedenke, weiß ich noch nicht. Ich hatte mir das natürlich einfacher und im Ergebnis besser für uns alle vorgestellt. Zumal zum Antragszeitraum die Wände (besonders die bei der TLA) noch gut erhalten war.
Leider war es mir zusätzlich verwehrt, Eigeninitiative den Erhalt betreffend anzuwenden. Dies wurde mir von Öffentlicher Seite untersagt! Eigenständige Denkmalpflege ist im Land Brandenburg verboten!

Reliefwand im Bereich der TLA (Bild 1, 2009 und 2, 2013)
(53°03'17.10"N 13°21'41.45"E)

Am 02. März 1994 wurde das Gelände (Militärstädtchen Nr. 17) dem Bundesvermögensamt durch die KETsch (КЭЧ) Eberswalde übergeben. Damit verließen die letzten Militärangehörigen im aktiven Dienst diese Garnison. Der gebrauch des Passus "aktiver Dienst" ist notwendig, da sich auf dem Gelände nördlich des kleines Tanklagers noch ein kleines Objekt (auch als MS N° 17 bezeichnet, auf dieses Wirrwarr bei den Objektzuordnungen während der Übergabe gehe ich noch gesondert ein), ich vermute, mit einer Disziplinareinheit (Unterbringungsanstalt für Untersuchungsfälle und/oder Abversetzungen) befand, dessen verwaltungstechnische Zuordnung mir bisher verborgen blieb. Die Übergabe dieses Objektes war laut Übergabeprotokoll am 23. Juni 1994. 

Das „Nummern-Chaos“ zu den Übergabeakten haben mehrere "Seiten" verursacht. Die WGS hat über ihren Verbindungsstab zum VBK 100 die Liegenschaften die Plan – und Unplanmäßig zur Übergabe angekündigt waren "angemeldet". Danach hat die Buwe das an die OFD gemeldet die dann festgelegt haben, welches BVA für die Rücknahme zuständig ist.

"Bei den Begehungen dann wurde oft festgestellt, dass wesentlich mehr Gebäude etc. vorhanden waren als bekannt, weil auch die KETsch nicht in alle Baumaßnahmen der Objekte (besonders bei sensitiven Objekten/Anlagen) eingeweiht wurde/war und zum Teil auch keine aktuellen Pläne hatte. Oftmals gab es in größeren Liegenschaften Teilbereiche die noch zur Versorgung (Strom, Wasser, Nachrichten [siehe StNZ Vogelsang]) anderer Objekte in Nutzung standen. Diese waren zum Zeitpunkt der Kontrollbegehung dann natürlich nicht in die Übergabe einbezogen, obwohl auf den Listen und Plänen so vermerkt. Um nicht völlig den Überblick zu verlieren, wurde versucht Nummerierungen einzuführen. Die Garnison Vogelsang als ehem. Standort der 25. Panzerdivision wurde verwaltungstechnisch vom BVA als ein Ganzes betrachtet und war unter der Nr. PM045 aktenkundig, es wurde nicht in unterschiedliche Militärstädte unterschieden. Dies wäre jedoch notwendig gewesen, denn, bleiben wir gedanklich in Vogelsang, die Liegenschaft (die Garnison) war durch unterschiedliche Nutzer in „Militärstädtchen“ unterteilt (wie im Heimatland üblich) und nun wurde diese durch den Verbindungsstab zu unterschiedlichen Zeiten über die KETsch zur Übergabe angemeldet. Das hatte natürlich seine Gründe. In Objekten mit sensitiver Technik wurde sehr schnell freigezogen, andere Objekte die in Abhängigkeit ihrer Funktion anderen Zwecken zugeordnet waren, konnten nicht „über Nacht“ abgemeldet werden (siehe StNZ Vogelsang).
Mit Blick auf die Arbeit der „Räte der Bezirke“ (AG Sperrgebiete) Ende der 1980ziger Jahre, möchte ich starke Zweifel anmelden das die neuen „Eigentümer“ der Liegenschaften (Buwe, BVA, OFD) auch nur ansatzweise mit gleichem Eifer ins „Gefecht“ fuhren wie seinerzeit die Mitglieder der Arbeitsgruppen der RdB. Ich bin überzeugt das mit Zunahme der zu übergebenen Objekte auch das Chaos in der Objektübersicht Oberhand gewann. Einzig Seitens des BVA änderte sich mit Neuaufstellung in der Mitarbeiterstruktur das Verständnis für diesen Prozess. Allerdings wurde aus Unwissenheit in den Protokollen in kyrillisch durch die BVA kein Unterschied bei „Objekten“, „Anlagen“ und „Bereiche“ gemacht (in russischen ist ein Objekt kein Ort oder Gebäude und Teilbereiche sind eben MS und nicht Anlagen)."

Zur Aufrecherhaltung der Nachrichtenverbindungen zum Oberkommandierenden der Streitkräfte und weiteren elementaren Verbindungen war diese lange Anwesenheit nötig. Wie der aufmerksame Leser bereits weiß, war die Stütznachrichtenzentrale nicht in die Aufgaben und den Verantwortungsbereich der 25. Panzerdivision bzw. dieser Garnison eingebunden. Worher die für lange Zeit verbreitete Auffassung über den Zweck ("Radarstation") des Schutzbauwerks stammt, ist dem 1. Plan der "Bausubstanzbewertung" zu entnehmen (1. Phase der Beurteilung zur Wiederverwendung der Objekte/Nachnutzung bzw. Renaturierung).

Bereits im Frühjahr 2010 hatte ich mit Helfern begonnen das SBW zu dokumentieren und dessen Maße aufzunehmen. Eine sehr mühsehlige Aufgabe, wie sich nach wenigen Stunden bereits abzeichnete. Fehler in der Vermessung oder schlicht vergessene Ecken zeichnen sich erst zu Hause ab. Mit dem Drang nach Entschlossenheit wurde in den folgenden Jahren weitere Messungen und Korrekturen vorgenommen. Letztendlich blieb es aus Zeitgründen bei diesem 1. Schritt.    

Umso mehr freue ich mich nun über die brillante Arbeit (und Darstellung) der Stütznachrichtenzentrale 721 Vogelsang durch die Freunde von "Untergrund.Brandenburg". Danke!

CAD-Model - OUS 721

(Quellen: Fachberatung P. Rentsch, Archiv heimatgalerie, https://sketchfab.com/play999)

Moderne Drohnentechnik macht es möglich, dass ich jetzt auch Bilder und ein Video der Garnison aus fast 350 m Höhe anbieten kann. Dadurch lassen sich sowohl Ausdehnung der genutzten und versiegelten Gesamtfläche, als auch die jetzt Renaturierte Flächen noch besser verdeutlichen. So zeichnen sich deutlich die Flächen der Unterbringung rechts hinter dem KPP 1 ebenso ab, wie der Bereich der ehemaligen Panzerhallen und nachfolgend genutzte Flächen für Krankenhaus, Bäckerei und große Werkstatthallen.

Aus verschiedenen Perspektiven, ist im hinteren Teil die Fläche des Militärstädtchen N° 13 (RA / BRTB der Division) zu erkennen. Möglich macht dies die enorme Flughöhe.

Die Luftbilder Bilder und das Video wurden mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt von: www.hochbild-hueller.de
Um die Orientierung zu erleichtern, tragen einige Luftbilder Informationen.

Video-Link "Garnison-Vogelsang 2015"

Foto's im Panoramaformat aus allen Militärstädtchen

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