Der Übergang über das Templiner Wasser, von der Garnison Vogelsang zum Ausbildungs- und Übungszentrum Templin (Militärobjekt Nr. 39) - Brücke 5 (53.06778617759531, 13.379958549856651)

Wir bedanken uns herzlich beim Förderverein Feldberg-Uckermärkische Seenlandschaft e.V. für die Einwilligung zur Nutzung der Bilder aus 1992

Wenn ein Fluss, in diesem Fall das Schulzenfließ, das Gelände einer Garnison vom Polygon trennt stellt sich unweigerlich die Frage zum forcieren dieses Gewässers um das Ausbildungs- und Übungszentrum (ÜZ Templin) zu erreichen. Hierzu gab es zum forcieren die Varianten an seichten oder schmalen Stellen mittels 'Panzerplatten' die Durchfahrt am Grund zu präparieren. Damit galt dieser Weg gleichzeitig als Ausbildungspark zum forcieren von Flüssen ohne Tauchfahrt.

Die andere Möglichkeit war in Truppeneigenleistung große Brücken zu errichten. Alle Brücken zum ÜZ Templin wurden wahrscheinlich in Truppeneigenleistung errichtet. Dies lassen zumindest die vorliegenden Bilder vermuten. Ob und in welcher Art und Weise die Brücken im Laufe ihrer Nutzung doch durch DDR-Firmen periodisch gewartet und/oder zumindest ihr Zustand kontrolliert wurde ist nicht abschließend geklärt. Da die Wasserstraße 'Havel' öffentlich zugänglich war, dürfte das Wasserstraßenamt (WSA) Zehdenick kein Interesse an einer desolaten Brücke oder einem Einsturz mit Fahrzeuge gehabt haben. Schon aus Umweltaspekte war eine regelmäßige Kontrolle durch das WSA sicherlich obligatorisch. 

Wir gehen davon aus das bei der Errichtung und Ausfertigung der Brücken die zu erwartenden Traglast der in dem Zeitraum genutzten Technik entsprochen wurde. Die Beanspruchung muss, mit Blick auf die Lauf- und Fahrflächen, enorm gewesen sein. Gleichzeitig ist zu erkennen das jeder Mangel umgehend repariert wurde. Wenn auch mit dem was gerade greifbar war. Leider liegen zu den Brücken keine belastbaren Bauzeiträume vor. Verbindliche Technische und Verkehrsrelevante Daten (Durchfahrtshöhe, Traglast, lichte Höhe usw.) sind uns nicht überliefert. Selbiges gilt für Zustand und Ausfertigung. Wir haben die Brücken von Nord nach Süd nummeriert.

Sichtbarkeit anhand Luftbilder:
1953: Brücken 2, 3, 5. Brücke 1 ist auf dem vorliegenden Ausschnitt nicht sichtbar.
1965: Brücken 1, 2, 3, 4, 5
1991: Brücken 1, 2, 3, 4, 5

Die Aufarbeitung und Dokumentation zur Darstellung der Situation an den Brücken wurde unterstützt von Hr. Wuttke (Templin). Herzlichen Dank dafür.


Die Brücke(n) 5 lag(en) am Schulzenfließ, kurz nach dem Abzweig vom Templiner Wasser. Es handelte sich um zwei Brücken, eine Holz- und eine Stahlbrücke. Beide waren nebeneinander angeordnet. Angaben zu Durchfahrtshöhe und Durchfahrtsbreite erübrigen sich beim Blick auf die Bilder von Hr. Wuttke. Beide Brücken waren am 10.07.1999 noch vorhanden (Hr. Wuttke, Templin). Wann ein Rückbau erfolgte ist nicht geklärt. Im Frühjahr 2008 waren beide Brücken nicht mehr vorhanden. Durch die Darstellung auf dem "Luftbild 1953" ist ein möglicher Zeitraum der Errichtung vage zu beziffern. Gleichwohl hier nur EINE Brücke sichtbar ist.

Verschiedene Karten (Lage im roten Kreis) zeigen die Lage der Brücke(n) ("Topo. Karte 1954", Karte "Generalstab 1979", "Karte der Marschstraßen 1987" (angedeutet), "Topo. Karte 1987", Karte "inoffiziell genutzte Objekte der WGS 1983", sowie die Karte "Generalstab 1983" [schraffiert]) an. Die "Wasserwanderkarte 1987" begrenzt die Position/Lage der Brücke(en) auf die Erklärung "Sehr niedrige Holzbrücke". Immerhin! Diese Vielzahl von Anzeigen in unterschiedlichen Karten führt zur Annahme das diese Brücke(n) vermutlich für die Nutzer des ML Kannenburg von Bedeutung war(en). Denn sie verkürzten den Weg vom ML zur Garnison erheblich. Entfernung zum Stab über Landstraße: ca. 7km, über Brücke(en): ca. 4 km.    

Die Karte zum Übergabeprotokoll des BVA zum ÜZ Templin ("Темплинский УЦ") gibt keine Auskunft. Als Grund könnte hier der Maßstab der Karte gelten. Karte "Generalstab" zeigt 'Ausgabe', nicht 'Stand'.  

Grob über Google Maps gemessen beträgt die Distanz von Ufer zu Ufer ca. 12 m. Die Gesamtbreite(n) lassen sich nicht verlässlich bestimmen, ebenso die Traglast. Als Werkstoffe sind Holz und Stahl überliefert. Zu diesen Brücken existieren nur diese drei Fotos mit Sicht auf die Fahrspuren. Auch hier wurde wieder mit Sandblechen der Stabilität mehr oder minder gerecht geworden. Wir gehen davon aus das diese Brückenkonstruktion in Truppeneigenleistung errichtet und 'gewartet' wurde. Sollte es hierzu belastbare Informationen geben, sind wir für jeden Hinweis dankbar. 

(Quellen: OSM; Hr. Wuttke (Templin); Bildsammelstelle Landesgeobasis Potsdam, 1953007_7_201; USGS Earth Explorer 1965; Bildsammelstelle Landesgeobasis Potsdam, 1991014_3_335; BArch KART 1002/Storkow (1954); Generalnoj Stab; BArch KART 1004/5478; BArch KART 1004/4690; BArch KART 1004/5486; BArch KART 1002/Hammelspring (1987); BArch BW-55-304; BArch, MfS, Kartensammlung-8-Seite-0025; BArch BW-55-223; Wasserwanderkarte 1987/Karte 29)